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Paris ist ein trojanischer Prinz und der jüngere Bruder des Thronfolgers Hektor. Als er Helena von Sparta zur gemeinsamen Flucht überredet, löst er den Trojanischen Krieg aus. Paris ist ein begnadeter Bogenschütze.

Biografie

Paris begleitet seinen älteren Bruder Hektor nach Sparta, um den von seinem Vater ausgehandelten Friedensvertrag zu besiegeln. Eine ganze Woche feiert Menelaos mit den Prinzen den Frieden. Paris hat die Zeit genutzt, mit Helena, der ebenso schönen wie jungen Königin von Sparta anzubandeln und hat sich - das ist selten bei ihm - richtig verliebt. Jeden Abend, den die Götter werden lassen, verbringt er mit Helena in deren Schlafgemach in verbotener Liebe. Helena erwidert die Liebe des jungen Mannes, der im selben Alter ist wie sie.

Am letzten Abend trinken das Königspaar und seine Gäste auf den beschworenen Frieden. Als Helena das immer ausschweifendere Fest verlässt, folgt Paris ihr erneut und verbringt lustvolle Stunden mit ihr. Zum Abschied schenkt er ihr eine Kette, die aus Perlen gefertigt ist, die aus der Propontes stammen. Die länglichen Perlen sind ebenso kostbar wie schön. Helena freut sich über das Geschenk, sagt aber, sie werde sie nicht tragen können. Menelaos würde sie umbringen. Paris schlägt ihr darauf vor, mit ihm nach Troja zu kommen und schwört ihr ewige Liebe.

Am folgenden Tag macht er gegenüber Hektor eine Bemerkung, die den Älteren vermuten lässt, dass sein jüngerer Bruder etwas angestellt hat. Paris führt ihn darauf in die achtere Passagierkajüte und präsentiert ihm Helena als heimlichen Fahrgast. Hektor macht ihm heftige Vorwürfe und will zunächst nach Sparta umkehren. Paris kündigt an, dann ebenfalls in Sparta zu bleiben und nötigenfalls für seine Liebe zu sterben. Hektor kann seine Ideen zwar als naive Vorstellungen entlarven, entschließt sich aber, doch nach Troja weiterzusegeln.

In Troja angekommen, stellt Paris seinem Vater Priamos Helena als Helena von Troja vor, als der König die junge Frau als Helena von Sparta zu erkennen meint. Trotz der Bedenken des Königs kann Paris Helena als seine Frau bei sich behalten.

Als Helena befürchtet, dass die Griechen kommen, will er mit ihr in die Berge fliehen, um den Krieg nutzlos zu machen. Helena redet ihm den Fluchtplan aus, weil sie befürchtet, dass Agamemnon und Menelaos Troja gleichwohl dem Erdboden gleichmachen würden. Paris will sich daraufhin Menelaos stellen.

Ebenso wie Helena, Hektor und Andromache wird Paris Zeuge der Landung der griechischen Flotte an der Küste Trojas. Während Hektor als Heerführer selbst gegen die Griechen kämpft, bleibt Paris im Palast zurück.

Bei der Ratsversammlung im Palast am Abend nach der Schlacht der Pfeile muss Paris sich zunächst den Vorwurf von Velior anhören, dass die gefallenen Trojaner nur wegen einer jugendlichen Unbesonnenheit sterben mussten. Paris nimmt sich den Vorwurf zu Herzen, tritt vor und erklärt, dass es keinen Krieg geben werde, denn dies sei kein Krieg zwischen zwei Völkern, sondern zwischen zwei Männern. Er werde Menelaos um das Recht auf Helena herausfordern und gegen ihn auf Leben und Tod kämpfen.

Später betet er still vor dem Heiligtum der Aphrodite im Garten der Akropolis von Troja. Sein Vater kommt dazu und fragt ihn, ob er Helena liebe. Paris erklärt seine Liebe mit einem Vergleich (siehe Zitate). Priamos meint, um die Liebe zu kämpfen sei vielleicht der beste Grund, um überhaupt zu kämpfen und übergibt seinem jüngeren Sohn das Schwert Trojas, in dem die Seele Trojas wohnt.

Am darauffolgenden Tag nimmt Paris mit seinem Bruder Hektor an der Verhandlung vor den Toren Trojas teil. Für die Griechen erscheinen Agamemnon, Menelaos, Nestor, Odysseus, Ajax und Triopas. Als Agamemnon die Forderung stellt, dass Helena an Menelaos zurückzugeben ist und Troja künftig unter Agamemnons Kommando zu kämpfen hat, wann immer er es verlangt, lehnt Hektor dieses Ansinnen ab. Paris schlägt einen Zweikampf zwischen sich und Menelaos um Helena vor. Agamemnon lehnt das Angebot zunächst als unzureichend ab, aber als Menelaos auf seine Rache besteht, ist er einverstanden.

Dass Paris kein Schwertkämpfer ist, wird rasch deutlich. Er hat gegen Menelaos im Schwertkampf keine Chance, wird von ihm regelrecht verprügelt und gibt mit einer tiefen Schnittwunde im linken Oberschenkel auf. Er flüchtet sich zu Hektor und klammert sich panisch an dessen rechtem Bein fest. Auf Hektors Frage, ob er weitermachen will, keucht er mehrfach "Nein!" Menelaos will den Abbruch nicht akzeptieren, aber Hektors Bruderliebe ist stärker als dessen Scham über Paris' Unvermögen. Er rammt Menelaos sein Schwert in den Leib.

Paris, den Hektor von der nun folgenden Schlacht der Pfeile fernhält, schämt sich wegen seiner Feigheit in Grund und Boden. Von Helena wieder zusammengeflickt, erscheint er erst wieder in der Öffentlichkeit, als Achilles nach Patroklos' Tod vor den Toren Trojas nach Hektor brüllt, um Rache zu nehmen. Bevor Hektor sich dem rachsüchtigen Peliden stellt, überträgt er Paris die Verantwortung für die Verteidigung der Stadt. Paris ist sich bewusst, dass er noch viel zu lernen hat, wenn er die Stelle seines Bruders wirklich einnehmen will.

Als Achilles Hektor im Zweikampf tötet und dessen Leiche hinter seinem Streitwagen fortschleift, ist Paris kurz davor, den Bogenschützen zu befehlen, Achilles zu töten, doch letztlich traut er sich nicht, weil er nicht noch größeres Unheil heraufbeschwören will. Schließlich hat seine Gedankenlosigkeit schon den Krieg nach Troja gebracht ...

Nachdem Priamos Hektors Leichnam bei Achilles ausgelöst und samt Briseis in die Stadt zurückgebracht hat, entzündet Paris mit seinem Vater den Scheiterhaufen, auf dem der Tote der Tradition entsprechend verbrannt wird und sorgt dafür, dass sein Vater das Gerüst auch verlässt und sich nicht vor Gram über den Verlust seines geliebten Thronfolgers selbst in die Flammen stürzt.

Paris nimmt nach Hektors Bestattung die Position seines Bruders als Heerführer ein und holt seinen Bogen hervor, um nach Einbruch der Dunkelheit damit zu trainieren.

Zwölf Tage später begleitet er seinen Vater Priamos, General Glaukos, den Hohepriester Archeptolemos und den Ratsherrn Velior an den Strand, als ein Bote meldet, dass die Griechen verschwunden sind. Sie finden ein aus Schiffsspanten zusammengezimmertes, hölzernes Pferd, das Archeptolemos als Geschenk für Poseidon identifiziert, Paris' Misstrauen weckt. Es ist sehr groß, ist mit einiger Wahrscheinlichkeit hohl und könnte Unheil enthalten. Als Archeptolemos und Velior vorschlagen, das hölzerne Pferd in die Stadt zu bringen und vor dem Tempel des Poseidon aufzustellen, widerspricht der Prinz und rät seinem Vater, es zu verbrennen. Glaukos stützt Paris' Ansicht, aber Archeptolemos kann Priamos mit Hektors Schicksal davon überzeugen, dass es ungesund ist, ein den Göttern geweihtes Geschenk zu vernichten.

Paris bleibt misstrauisch und kann nicht begreifen, weshalb die Menschen in Troja um dieses ihm so gefährlich erscheinende Standbild herumtanzen, zumal sie eigentlich noch um Hektor trauern sollten, der noch nicht einmal zwei Wochen tot ist. Helenas Zuspruch, dass er nun Prinz von Troja sei, verbessert seine Laune nicht. Er sendet Reiter aus[2], die die Umgebung erkunden sollen, um zu prüfen, ob die Griechen tatsächlich abgesegelt sind.

Persönlichkeit

Paris genießt als jüngerer Sohn des trojanischen Königs Priamos die Privilegien, die ihm seine hohe Geburt bietet. Weil sein älterer Bruder den Thron erben soll und Heerführer Trojas ist, kann Paris es sich erlauben, sich von Kampf, Krieg und Politik fernzuhalten. Er bandelt mit jeder Frau an, die seinen Weg kreuzt.

Verantwortungsbewusstsein ist nicht Paris' Sache - jedenfalls nicht, bis er sich klar macht, dass er den Krieg verschuldet hat. Von diesem Moment an stellt er sich den Problemen, die er selbst herbeigeführt hat, übt sich wieder in seiner Spezialwaffe. Ihm ist auch bewusst, dass er seinen Bruder nicht im selben Umfang ersetzen kann, doch er strebt danach, in diese großen Sandalen hineinzuwachsen und entwickelt strategisches Gespür, das bei ihm angesichts des riesigen Holzpferdes, das die Griechen am Strand zurückgelassen haben, Misstrauen erwachen lässt.

Hinter den Kulissen

Paris wird von Orlando Bloom dargestellt und in der deutschen Fassung von Philipp Moog synchronisiert.

Zitate

Liebst du mich, Bruder? Würdest du mich gegen jeden Feind verteidigen?
— Paris zu Hektor auf der Rückfahrt nach Troja in Troja, DVD-Kapitel ...

Du bist ein großer König, weil du dein Land so sehr liebst. . Jeden einzelnen Grashalm, jedes winzige Sandkorn, jeden Stein im Fluss. Du liebst alles an Troja – genauso liebe ich Helena.
— Paris zu Priamos in Troja DVD, Kapitel ...


Einzelnachweise

  1. Angabe laut Drehbuch, Szene 8
  2. Es wird nicht ausdrücklich im Film erwähnt, dass der Kundschafter, der die Griechen entdeckt und erschossen wird, von Paris beauftragt ist, aber da er die Aufgaben Hektors als Verteidiger des Königreichs übernommen hat, kann der Befehl nur von Paris sein.
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